Bankinstitute schwächeln

Mit wenigen Worten kann Josef Ackermann die Öffentlichkeit gegen sich aufbringen, wobei er in seinen letzten Vorhersagen stets Recht behalten sollt. Schon im letzten Jahr warnte er davor, dass Griechenland seine Schulden nicht begleichen könne. Auch diesmal könnte es mit dem jüngsten Aufreger des Chefs der Deutschen Bank zutreffen. Vergangene Woche betonte er in einem Interview, dass die heutige Situation in der Finanzwelt an den Herbst im Jahr 2008 erinnert. Zu diesem Zeitpunkt fing es an mit der Bankenkrise, ausgelöst durch den Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers. Schon jetzt fallen die Aktienkurse der großen Bankinstitute auf Tiefststände. Die Aktien der italienischen UniCredit haben beispielsweise seit Anfang Juni dieses Jahres 48 Prozent an Wert verloren, bei der französischen Société Générale waren es gar 53 Prozent. Immer mehr Banken horten ihr überschüssiges Geld mit hohen Zinsverlusten lieber bei der Europäischen Zentralbank, anstatt es an andere Finanzinstitute zu verleihen. Dies machen sie natürlich auch mit der Angst davor, dass ihre Wettbewerber Pleite gehen könnten. Hierzulande werden die großen Banken noch als relativ stabil eingestuft. Aufgrund ihrer Geschäfte während des Immobilienbooms in den USA kommt jedoch gerade auf die Investmenthäuser eine neue Klagewelle zu. Zuletzt forderte Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, neue Hilfsprogramme für den Bankensektor, obwohl diese bereits weitreichende Reformen verabschiedet haben. Die Kapitalpuffer der Banken sind gut gefüllt, um auch ohne die Hilfe der Steuerzahler größere Verluste ohne Probleme wegstecken zu können.

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