Die BRIC-Staaten werden erweitert
Hinter dem Kürzel BRIC stehen die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China. Diese Staaten beraten sich vor jedem wichtigen Wirtschaftsgipfel in der Welt und stimmen sich auf einen gemeinsamen Kurs ab. Nun muss der Begriff jedoch erweitert werden, da beim nächsten Treffen der Staaten im chinesischen Hainan mit Südafrika ein neues Mitglied hinzustößt. Von den Zahlen her gesehen passt das Land jedoch so gar nicht in den Club der Schwellenländer, da lediglich 49 Millionen Menschen in Südafrika leben und das BIP im Jahr 2009 nur etwa 25 Prozent von dem aus Brasilien ausmachte. Über 40 Prozent der Weltbevölkerung leben derzeit in den BRIC-Staaten und Südafrika wird mit der Aufnahme zu diesen Schwellenländer auf jeden Fall an Bedeutung hinzugewinnen. Laut der Weltbank stieg bei den aktuellen BRIC-Staaten der Anteil vom weltweiten Bruttoinlandsprodukt von 16 auf 24 Prozent zwischen den Jahren 2000 und 2009.
Die Aufnahme von Südafrika in die jetzigen BRICS-Staaten wird keine große Veränderung hervorrufen, da das BIP des Landes aus dem Jahr 2009 nur rund drei Prozent der BIP´s aller vier anderen Staaten entspricht. Auf dem kommenden Gipfeltreffen werden die fünf Länder gemeinsame Ziele definieren, wobei es unter anderem um die Finanzmarktregulierung sowie Handelsschranken geht. Bei einem G20-Gipfel vertreten die Staaten die Entwicklungsländer und bieten der USA sowie der EU mit gemeinsamer Stimme Paroli. Seit rund einem Jahrzehnt wächst der Handel unter den bisherigen BRIC-Staaten jedes Jahr um stolze 28 Prozent. Die Länder müssen sich allerdings gerade wegen diesen enorm hohen Wachstumsraten künftig ernsthafte Gedanken über eine mögliche Wirtschaftsüberhitzung machen, was erst vor kurzem auch der Internationale Währungsfonds betonte.