EZB: Lehman-Programm wieder da

Der scheidende Präsident der EZB namens Jean-Claude Trichet ist seiner Linie auch auf seiner letzten Ratssitzung treu geblieben und hat wegen der drohenden Rezession sowie der Schuldenkrise seinen Forderungen nach einer raschen Zinssenkung stand gehalten. Vorerst wurde bei einer Sitzung des EZB-Rates beschlossen, dass im Euro-Raum der Leitzins bei 1,5 Prozent belassen wird. Ein Grund den bedeutenden Zins für die Versorgung der geschäftlichen Banken in der Eurozone mit Zentralbankgeld nicht wieder zu senken, dürfte die im September unerwartet hohe Inflation von drei Prozentpunkten sein. Die Teuerung liegt weit über dem angestrebten Zielwert der Währungshüter mit drei Prozent auf dem höchsten Level seit drei Jahren. Trichet betonte in seiner achtjährigen Amtszeit immer wieder, dass man unter allen Umständen eine Preisstabilität garantieren müsse. Da niedrige Zinsen besonders die Darlehen und Kredite günstig machen, erhöht dies im selben Zug die Konsumfreude der Verbraucher und die Investitionsneigung von Firmen, womit natürlich die Konjunktur angekurbelt wird. Der Nachteil ist jedoch, dass mit den geringen Zinsen auch die Inflation befeuert wird. Nichts desto trotz kann man davon ausgehen, dass die Währungshüter immer noch eine Hintertür offenhalten, um weitere Staatspapiere von schwächelnden EU-Ländern aufzukaufen. Momentan besitzt die EZB Papiere anderer Länder in der Höhe von rund 160 Milliarden Euro. Die EZB wird auch künftig den Geschäftsbanken günstige Finanzmittel bereitstellen, weil das Misstrauen unter den Geschäftsbanken immer weiter wächst und sich die Banken untereinander immer seltener Geld leihen. Deutlich wird dies an den enormen Summen, welche die Bankinstitute momentan bei der EZB parken, anstatt die Finanzmittel anderen Bankhäusern zu leihen. Laut dem EZB-Chef Trichet sollen zwei langfristige Refinanzierungsgeschäfte folgen. Das erste mit einer Laufzeit von einem Jahr und das andere im kommenden Dezember mit einer Laufzeit von 13 Monaten.

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