Franzosen kämpfen um gute Bonität
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat es durch sein Engagement bei der Euro-Krise geschafft, von seinen eigenen Problemen abzulenken. Mittlerweile ist jedoch ans Licht gekommen, dass es auch um die Finanzen des eigenen Landes nicht besonders gut steht. Um die Wiederwahl im kommenden Jahr für sich zu entscheiden, muss Sarkozy alles daran setzen, dass Frankreich weiterhin unter den fünf EU-Ländern mit der besten Bonitätsnote von AAA bleibt. Die Rendite für Frankreichs Staatsanleihen kletterte noch vor dem Krisengipfel der EU in einem Zeitraum von einigen Wochen über das Doppelte an. Laut Finanzexperten ist das ein Signal dafür, dass die Investoren daran zweifeln, ob das Land nach wie vor sicher für große Geldanlagen ist. Zweifel gekommen sind, ob Frankreich weiter ein sicherer Hafen für Geldanlagen ist. Sofern Frankreich seine Position halten wolle, müsse sich das Land so schnell wie möglich anstrengen und die Kurve kriegen, wie es Philippe Delienne von Convictions Asset Management ausdrückte. Zwar wurden die Bonitätsnoten von Frankreich in den letzten 8 Monaten von allen drei großen Rating-Agenturen bestätigt, Standard & Poor´s hat Europas zweitgrößte Volkswirtschaft vor kurzem jedoch davor gewarnt, dass das gute Rating bei einem zu schwachen Reformeifer auf lange Sicht gesehen gefährdet werden könne. Wenn es nach der Agentur S&P geht, sollte die französische Regierung besonders im Rentensektor sowie Gesundheitswesen Geld sparen, nachdem Sarkozy erst im letzten Jahr eine Rentenreform auf den Weg gebracht hat. Unter allen Ländern mit dem Rating AAA in der EU hat Frankreich die größten Schulden und das höchste Defizit.