Griechenland: Deutsche Banken zögern
So wie es aussieht könnte das zweite Rettungspaket für das stark verschuldete Griechenland doch noch platzen. Anscheinend haben die größten Privatgläubiger hierzulande noch keine Entscheidung getroffen, ob sie tatsächlich einem Anleihentausch zustimmen. Die griechische Regierung setzt dazu jedoch eine rege Teilnahme voraus und will den Plan aussetzen, falls dies nicht zustande komme. Damit ist der Plan einer Umschuldung Griechenlands wieder ziemlich unsicher und wacklig. Nach Medienberichten sollen vor allem die WestLB sowie die Hypo Real Estate Probleme bereiten, da bei beiden Instituten noch nicht abschließend vereinbart wurde, in welcher Höhe und ob man sich überhaupt an einem Anleihentausch beteiligen will. Bei dem Anleihentausch hat Griechenland als Bedingung erst vor kurzem eine Teilnamequote von 90 Prozent vorausgesetzt, weshalb das Zögern der Finanzinstitute zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt kommt. Sollte diese Grenze nicht erreicht werden, werden die Griechen wohl keine Transaktion durchführen. Die Finanzinstitute haben noch bis zum 9. September sich zu entscheiden und ihre Teilnahme unverbindlich zu erklären. Ende Juni dieses Jahres hatten sich die EU-Länder darauf geeinigt, dass sich an dem Rettungspaket für Griechenland die privaten Gläubiger mit 50 Milliarden Euro beteiligen. Weitere 109 Milliarden Euro sollen vom Internationalen Währungsfond sowie von Euro-Staaten hinzukommen. Eine feste Zusage für die Teilnahme ist bislang von der Munich Re, Deka Bank, Allianz, DZ Bank, BayernLB sowie der Deutschen Bank und der Commerzbank bei den Griechen eingegangen.