Immer mehr Geldautomaten werden manipuliert
Hierzulande werden immer mehr Geldautomaten durch Abzockertricks manipuliert und die Bankkunden können dies teils nur schwer oder überhaupt nicht erkennen. Laut dem Leiter der Abteilung Zahlungsmittelfälschungen beim Landeskriminalamt in Bayern, Günter Seibold, gehen die Betrügerbanden seit einigen Monaten immer professioneller vor. Die Geldautomaten werden durch das Skimming mit extra angefertigten Lesegeräten derart manipuliert, dass sie die Daten auf der Bankkarte gezielt auslesen können. Die Bankkunden sollten vor dem Geldabheben laut Seibold nach auffälligen Apparaturen an dem Automat schauen, da man diese in einigen Fällen wegen unprofessioneller Befestigung erkennen kann. Zur Nutzung der gespeicherten Informationen auf der Karte benötigen die Täter zudem die PIN-Nummern der Bankkunden, weshalb auch winzige Kameras an den Geldautomaten installiert werden. Aus diesem Grund rät das LKA Bayern auf dubiose Rauchmelder sowie kleine Löcher an den Wänden des Automaten zu achten. Zudem wird dringend empfohlen, dass man mit der Hand die Eingabe der Nummern möglichst gut verdeckt.
Die Täter nutzen oft auch Vorrichtungen, welche am Türöffner des Bankinstituts angebracht sind und den Kunden dazu zwingen sollen, dass er zum Betreten der Bank seine PIN eingibt. In dem Fall sollte man sofort eine andere Bank aufsuchen und sich möglichst an eine Polizeidienststelle wenden, da hierzulande kein Bankinstitut die PIN-Eingabe für das Betreten der Bank verlangt. Mittlerweile manipulieren die Täter auch immer mehr Fahrkartenautomaten, weshalb auch hier Vorsicht geboten ist. Bei lockeren Teilen, Kleberspuren sowie losen Verblendungen und Leisten rund um den Kartenschlitz sucht man am besten einen anderen Automaten auf und wendet sich ebenso an die Polizei. Laut dem LKA Bayern werden vor allem hoch frequentierte Automaten in großen Städten besonders gerne von den Tätern manipuliert. Dies hängt damit zusammen, dass die Banden auf diesem Weg innerhalb kürzester Zeit unzählige Kartendaten abgreifen können, bevor die Manipulation auffällt und der Geldautomat geschlossen wird. Weitaus weniger attraktiv sind dagegen kleine Filialen in ländlichen Gebieten. Im vergangenen Jahr registrierte das Bundeskriminalamt in Deutschland insgesamt rund 3180 Fälle, was ein Anstieg von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Um sicher zu gehen, dass man nicht Opfer von Kartenbetrug geworden ist, sollte man regelmäßig seine Kontoauszüge überprüfen.