Ölindustrie wieder in Libyen
Die Energiebranche bringt sich bereits in Stellung, während die Rebellen in Tripolis kurz vor der Machtübernahme stehen und gegen die letzten Getreuen vom einstigen Machthaber Muammar Gaddafis kämpfen. Im Osten Libyens sind schon zahlreiche Angestellte des italienischen Energiekonzerns Eni vor Ort und wollen die Produktion so schnell wie möglich wieder hochfahren. Da zahlreiche Anlagen in diesem Gebiet von den Italiern errichtet worden sind, wird Eni auch künftig dort Öl fördern. Während Libyen eine kleine Beteiligung an Eni hält, ist Italien Großaktionär bei dem Energiekonzern. Mittlerweile ist Eni die größte Ölgesellschaft in Libyen aus dem Ausland und rund 15 Prozent der kompletten Ölfördermenge von Eni stammen aus Libyen. Anfang der Woche ist der Ölpreis zwar gefallen, wobei die Kurse der Energiekonzerne mit einem Engagement in Libyen deutlich angestiegen sind. Zeitweise kletterte der Aktienkurs von Eni auf den Börsenplätzen um 5 Prozent nach oben. Auch der Energiekonzern Total aus Frankreich sowie OMV aus Österreich oder Repsol aus Spanien konnten deutliche Kursanstiege verzeichnen. Rund 85 Prozent der libyschen Ölexporte gingen vor dem Ausbruch des Krieges nach Europa, wobei Österreich und Italien rund 20 Prozent ihres Importbedarfs mit dem schwarzen Gold aus Libyen abdeckten. Der Ölkonzern Wintershall aus Deutschland ist auch in Libyen aktiv und will dort auch in Zukunft Öl fördern. Auch bei der wirtschaftlichen Stabilisierung des zur Zeit zerrütteten Landes wird der Ölindustrie künftig eine zentrale Bedeutung zukommen. Libyen ist nach dem halbjährigen Krieg auf Devisen angewiesen und benötigt dringend finanzielle Mittel aus dem Verkauf des Öls.