Schuldenkrise: Italien ist der nächste Wackelkandidat

In ganz Europa wächst mittlerweile die Sorge, dass mit Italien das nächste Land von der momentanen Schuldenkrise infiziert wird. Anscheinend wird momentan überprüft, ob man mit Finanzmitteln aus dem Euro-Rettungsfonds Staatsanleihen von Italien kaufen soll. Mit solch einem Schritt würden das erste Mal die Gelder des Fonds eingesetzt. In der Eurokrise zählt Italien aufgrund seines Schuldenberges von rund 1,9 Billionen Euro als bedroht. Unter den EU-Partnern wachsen die Zweifel, ob die von Italien verabschiedeten Sparprogramme auch tatsächlich in vollem Umfang umgesetzt werden. Auf dem Sekundärmarkt ist der Rettungsfonds in der Lage, Staatsanleihen von Wackelkandidaten aufzukaufen, wobei dies nicht zwangsläufig bedeutet, dass das Land unter den Rettungsschirm flüchten muss. Bislang haben sich die Verantwortlichen noch nicht entscheiden, ob ein solcher Schritt sinnvoll wäre. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Europäische Zentralbank Staatspapiere aus Italien für Milliardenbeträge gekauft, um eine Zinssenkung herbeizuführen, die Italien für seine Schulden bezahlen muss. Nach Griechenland hat Italien mit rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung in ganz Europa den höchsten Schuldenberg angehäuft. Im Ernstfall könnte man das Land als drittgrößte Volkswirtschaft in Europa dennoch kaum vor der Staatspleite retten. Die Staatschefs hatten am vergangenen Wochenende auf dem Euro-Krisengipfel mehr Druck auf Italien ausgeübt. Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten den Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi zu einem Gespräch einbestellt und von ihm gefordert, dass sein Land die Schulden auch glaubwürdig abbauen muss. Auch der EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat betont, dass man Italien bis zum kommenden Gipfeltreffen davon überzeugen müsse, dass sämtliche Maßnahmen auch in die Tat umgesetzt werden. Kurz darauf hat Berlusconi angekündigt, dass neue Entscheidungen von großer Bedeutung folgen werden. Seiner Ansicht nach müsse kein Land von den Schulden Italiens etwas befürchten.

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