Steht neuer Bankencrash bevor?

Wegen des milliardenschweren Engagements zahlreicher Geschäftsbanken in Staatsanleihen von Krisenländern in Europa wächst die Unsicherheit unter den Banken. Dies wird anhand der riesigen Summen deutlich, welche die Banken momentan bei der Europäischen Zentralbank parken, anstatt die Finanzmittel an andere Finanzinstitute zu verleihen, wo weitaus höhere Zinsen zu erzielen wären. Falls nämlich tatsächlich eines der Krisenländer den Staatsbankrott erklären müsste, hätte dies für die Bankinstitute verheerende Folgen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Banken Europas aus diesem Grund schnell mit frischem Geld helfen, sodass eine Bankenkrise wie vor drei Jahren nicht wieder zustande kommt. Außerdem solle der Kapitalfluss weltweit besser reguliert und vor allem schärfer kontrolliert werden. Diesbezüglich betonte Merkel, dass die Politik die Expertenmeinungen ernst nehmen sollten, welche der Überzeugung seien, dass dringend eine Kapitalaufstockung von Nöten sei. Vorerst müssen jedoch die Bankinstitute selbstständig überlegen, wie sie an genügend Kapital kommen. Die heftige Schuldenkrise den Ländern Irland, Portugal und zuletzt in Griechenland könnte in diesen Ländern zu Ausfällen bei Staatsanleihen führen. Im selben Zug müssten die Finanzinstitute zulasten ihres Eigenkapitals enorme Abschreibungen machen, wodurch zahlreichen Bankhäusern die Insolvenz drohen könnte. Besonders schlecht steht es momentan um das französisch-belgische Finanzinstitut Dexia. Mittels einer Garantie für die Sparer hatten die Regierungen Belgien und Frankreich das Finanzinstitut zuletzt gestützt. Dexia selbst besitzt Staatspapiere von Griechenland in Höhe von 4,8 Milliarden Euro und hat Angst vor kommenden Abschreibungen auf ihre Staatspapiere. Zur Rekapitalisierung von Finanzinstituten hat der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Ende vergangener Woche nun eine koordinierte Aktion vorgeschlagen. Das Ziel bestehe darin, dass die Banken ihre Risikopapiere verkaufen könnten.

This entry was posted on Dienstag, Oktober 11th, 2011 at 21:24 and is filed under Allgemein . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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